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21.09.2009
Gespräch mit Pestalozzischule und Wirtschaft zum Thema: Berufsvorbereitung |
Zu einem Erfahrungsaustausch hatte die stellvertretende Schulleiterin der Pestalozzischule Hemer (Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen), Christina Hövener, die Kooperationspartner und -firmen für den Bereich der Berufsorientierung zusammen mit der CDU-Bundestagskandidatin Christel Voßbeck-Kayser eingeladen. Vertreten waren Erika Seim, Leiterin der Krankenhausküche der Paracelsusklink Hemer, Frank Schneider, Ausbilder der Firma Lötters, Walter Kayser, Vertreter des Seniorenheims Villa Brökelmann, der Firmenleiter des „Projektarbeitsmarktes interpares gGmbh“, Olaf Schürfeld und die Sozialpädagogin Rosi Steinberg.
Grundlage des Gespräches war vor allem eine Kooperationsvereinbarung der Schule mit der Agentur für Arbeit, die die Schülerinnen und Schülern dieser Schule bei der Berufswahlorientierung unterstützt. So ermöglicht die Schule den Schülerinnen oder Schülern die Teilnahme an verschiedenen Praktika, die schon frühzeitig in den Klassen 6 und 7 mit den Stöbertagen und dem Girls-Day beginnen. Für die Schülerinnen und Schüler verpflichtende Praktika sind in der Klasse 8 ein 1-wöchiges Praktikum, das in Zusammenarbeit mit der Firma „Interpares“ im BBZ (Berufsbildungszentrum) durchgeführt wird. In der Klasse 9 folgt ein 3-wöchiges Betriebpraktikum in einem Betrieb freier Wahl und im 10. Schuljahr schließt an einem zu Anfang des Schuljahres statt findenden 2-wöchigen Praktikum ein Langzeitpraktikum bzw.eine BUS(Beruf und Schule) – Maßnahme an. Die Schülerinnen und Schüler gehen dann nur 3 Tage zur Schule und arbeiten 2 Tage in einem Betrieb der Kooperationsfirmen.
Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler in die Selbstständigkeit zu bringen, um ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten zu können. So können sie sich im Langzeitpraktikum durch Schlüsselqualifikationen wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Durchhaltevermögen, Belastbarkeit, Teamfähigkeit behaupten und somit schulische Defizite damit ausgleichen.
„Ein Schüler, der die Möglichkeit hat seine Neigungen und Fähigkeiten im praxisorientierten Umfeld zu erkennen, lässt sich eher zu einer Ausbildung motivieren“, erklärte die Sozialpädagogin Rosi Steinberg von Interpares, deren Zielsetzung die Schaffung von sozialversicherungsplfichtigen Arbeitsplätzen für behinderte Menschen und benachteiligte Personen im Bereich der lohnintensiven Industriemontage für heimische Unternehmen ist.
Von sehr guten Erfahrungen konnte Erika Seim am Beispiel eines jungen Mannes berichten, der sich nach dem Langzeitpraktikum in der Paracelsusklinik durch seine Kompetenz profilieren konnte und nun zu einem Beikoch ausgebildet wird.
Walter Kayser stellt ebenfalls durch seine langjährige Zusammenarbeit mit der Schule anhand einiger Beispiele fest, dass sich die sonst eher nicht im Mittelpunkt stehenden Jugendlichen durch die Anstellung in den Betrieben ernst genommen fühlen.
„Durch die immer weiter fortschreitende Automatisierung in der Industrie treten die leichten Anlerntätigkeiten immer weiter in den Hintergrund, so dass es eine Herausforderung ist, die lernschwachen Schülerinnen und Schüler in ein Berufsfeld zu integrieren. Fachkenntnise werden immer umfangreicher, somit braucht es Mitarbeiter in der leistungsorientierten Gesellschaft, die den Auszubildenden zusätzlich intensiv zu fördern“, so der Ausbilder Frank Schneider derFirma Lötters.
Die Bundestagskandidatin ist erfreut darüber, dass alle im Märkischen Kreis angegliederten Förderschulen die Kooperationsverträge geschlossen haben. „Hier ist die Priorität erkannt worden, nun ist Politik gefordert, weitere Rahmenbedingungen zu schaffen, damit auch kleinere Betriebe in der Lage sind, Ausbildungsplätze für diese Personengruppe zu schaffen. Dies fördert das soziale Miteinander innerhalb der Gesellschaft, es ist wichtig, die Berufsberatung stärker in die Bildungspläne aufzunehmen. Schule, Wirtschaft und ARGE müssen sich als ein Netzwerk in diesem Bereich weiter etablieren“, so die Bundestagskandidatin weiter. Auch das Elternhaus stellt einen wichtigen Faktor dar, um Jugendliche für eine selbständige Zukunft auf dem Arbeitsmarkt zu motivieren.
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